Südwärts mit Gegenwind durch Kulturlandschaft, aber leider ohne Sicht auf den Po della Donzella radelten wir nach Santa Giulia, dort überquerten wir den Po della Donzella über eine Pontonbrücke und schon bald den Po di Goro, ebenfalls über eine Pontonbrücke. Uns hatte die Region Emilia- Romana zurück. Nun etwas Flussaufwärts bis Goro radeln, dort schauten wir uns den Hafen und das kleinste Theater von Italien an, dabei erkundeten wir uns ob es wirklich kein Durchkommen von Volano nach Lido di Volano gibt. Leider haben sie dort die Brücke abgerissen und so mussten wir unsere Velotour umplanen. Wir liebäugelten noch nach Volano zu fahren, haben eine Strasse gefunden, die einer Schotterpiste gleicht, die haben wir dann auch genommen, aber als diese in eine Sandpiste über ging, gaben wir forfait und kehrten um. Der Schotterpiste blieben wir aber noch ein paar Kilometern treu, da sie nette mit Pinien gesäumt war. Unter einer dieser schönen schattenspenden Pinien machten wir Mittagsrast.
Frisch gestärkt folgten wir schon blad eine Stück der Schnellstrasse, bis wir auf einen grünen Veloweg gelangten. Voller Enthusiasmus, dass dieser auf der andern Seite der Brücke weiter ging, überquerten wir diese und war super enttäuscht, wir landeten auf einer Gravel Piste, welche parallel zur Strasse führte. Mein Velo gibt bei gewissen Unebenheiten Quietschgeräusche von sich, was schon auf ebenen Strassen manchmal der Fall ist, so will ich dem gut schauen, damit es hoffentlich die Reise noch heil übersteht, und Gravelfahren mit Gepäck ist bestimmt nicht gerade förderlich für die Rad Gesundheit. Nun mussten wir den Po di Volano passieren. Dazu ging es auf die grosse Strasse, wo wir mit dem ganzen Schwerverkehr die Brücke passierten. Wir hatten die Hoffnung in Vaccolino eine Nebenstrasse zu finden. Leider führte die erste Strasse ins Dead End und die zweite war eine Graspiste. Mal was neues, der Untergrund ist ja samtweich, aber das Gras bremste einem aus. Als auch diese Graspiste in eine Sandpiste über ging schob ich das Velo die letzten Meter. Diese Umwegabenteuer sind Zeitintensiv und so fassten wir allen Mut zusammen und rollten auf der Schnellstrasse südwärts bis San Giuseppe. Glücklicherweise konnten wir von dort dem Veloweg bis Porto Garibaldi folgen. Wir logieren hier in einem Hotelzimmer mit einem Balkönchen, das Meerblick hat. Nachdem wir geduscht haben und alle schmutzigen Kleider zusammengesammelt hatten, radelten wir noch ca 2km zum Spar. Dort gibt es einen Waschsaloon, wo wir eine Maschine charterten. Das gute ist, im Spar nebenan konnten wir in der Zwischenzeit einkaufen und haben uns gleich das Abendessen dort gekauft. Wir genossen wunderbare Melone zu San Daniele Schinken, Bersola, Oliven, Tomaten, Riebli und einem Semolabrot und tranken ein lokales Bier. Leider diente unser Balkon grad als Wäscheständer und so assen wir innerhalb der Türe, mit Meeresluft in den Nase 🙂 Plötzlich rauschte es und als wir aufschauten flog ein Schwarm rosaroter Flamingos über uns. Hoffentlich sind diese nicht von dannen gezogen, wir möchten nämlich morgen noch welche besichtigen.
Gesättigt spazierten wir im letzten Sonnenlicht über den Strand, vorbei an X Sonnenschirmen. Schauten den Fischern noch zu wie erfolglos sie waren, gönnten uns ein Gelato und spazierten dem Hafen entlang, bis auch die blaue Stunde vorbei war.