Arezzo – Passignano sul Trasimeno 69 km

Heute konnten wir erneut früh aufbrechen, da wir kein Zmorgen im Hotel gebucht hatten. Zu Fuss mussten wir die Velos ein paar Meter schieben, da es von Schülern nur so wimmelte. Bald kamen wir auf den Veloweg und liessen Arezzo hinter uns. Nach 10km Fahrt gönnten wir uns ein Cappuccino und ein Cornetto.

Schon bald gelangten wir auf den Veloweg Sentiro della Bonifica. Der Weg führte uns zu Beginn über Teersträsschen und später über Feldwege immer schön dem Canale Maestro delle Chiana entlang, der kaum Wasser hatte. Der Weg wurde immer wie schmäler und das Gras links und rechts immer wie höher.

In der Nacht musste es geregnet haben, da es teilweise Wasserpfützen und Schlamm gab. Der Schlamm setze sich an meinem Velo fest und spickte mir bis an die Schultern hoch. Ich kam mir vor als ob ein Radquer gefahren war. Das mannshohe Gras streifte zudem an meinen Schuhen und den Satteltaschen, so dass diese vor lauter Blütenstaub eine Gelbfärbung aufwiesen.

Als es langsam Mittagszeit war, bogen wir nach Camucia ab. Kauften dort in einem Coop ein. Vor dem Coop gab es ein Bänkchen, welches wir gleich in Beschlag nahmen. Gestärkt mit frischen italienischen Kirschen und anderem feinen Essen, machten wir uns auf den Weg Richtung Lago Trasimeno, Im Rücken von uns braute sich eine gewaltige Gewitterfront zusammen, so schauten wir zu, dass wir trocken zum See kamen. Ein paar Höhenmeter mussten diesmal auch bezwungen werden wir kamen an fein duftendem Gingster vorbei. So Velogangsterten wir etwas mit dem Gingster 😉

Die Abfahrt mit den vielen Schlaglöchern in den Strassen, kann man da nicht so recht geniessen. Beim See angelangt radelten wir die letzten Kilometer der Seepromenade nach Passignano sul Trasimeno.

Als ein Hotel gefunden war, beschlossen wir noch unsere Wäsche im nahen Waschsaloon zu waschen. Was für ein Zufall vor dem Waschsaloon standen Velofahrer mit Villiger Velos. Das müssen also Schweizer sein. So quatschte ich die beiden im Saloon auf Schweizerdeutsch an. Kaum zu glauben, das waren keine Unbekannten. Cyrill ist ein ehemaliger Arbeitskollege von der Telekurs Zeit und wie der Zufall so will, begegnete ich ihm nach Jahren wieder in Italien in einem Waschsaloon. Auch er ist mit seiner Frau Daniela am Velofahren und sie machen einiges mehr an Höhenmeter als wir und das auch ohne E-Bike. Chapeau!

In der Zwischenzeit hat sich die Bewölkung verzogen und wir bestaunten von La Rocca di Passignano sul Trasimeno das Panorama auf den See und die umliegende Landschaft, bevor wir uns ein Abendessen gönnten.