Passignano sul Trasimeno – Castiglione del Lago – Fabro 64km

Heute morgen als wir die Velos aus der Hotelgarage holten, haben wir Daniela & Cyrill nochmals vorbei fahren gesehen und ihnen gute Reise zugerufen.

Unsere Tour ging dem Lago Trasimeno entlang in die gegenüberliegende Stadt Castiglione del Lago. Die Velos stellten wir beim See ab und spazierten über Olivenbaum gesäumte Treppen hoch zur Rocca del Leone.

Diese Festung besuchten wir. Zuerst begutachteten wir die vielen Decken und Wandbilder vom Cesar, bevor wir uns durch den Wehrgang zum ersten Turm begaben. Wir genossen gute Aussicht auf den See, spazierten den Zinnen entlang weiter und stiegen zum grössten Dreieckturm empor, wo wir einen guten Blick über die Festung, das Umland und sogar bis nach Montepulciano hatten. Als der Festungsrundgang beendet war, guckten wir noch das historische Städtchen an, wo es Souvenirläden und primär Restis gab. Ein Blick durch die Stadttore darf nicht fehlen, im Anschluss stiegen wir zu unsern Velos ab.

In der Zwischenzeit war schon Mittagszeit und wir fanden ein freies Bänkchen im Park am See, welches wir fürs Picknick in Beschlag nahmen.

Bald verliessen wir den See und radelten etwas bergauf. Wunderbare Landschaften kamen hinter den Hügeln hervor. Wir konnten auch den wunderbar blau schimmernden Lago di Chiusi sehen und machten immer wieder Fotostopps. Wieder am Talboden angelangt folgten wir dem Sentiero della Bonifica ein Stück. Hier war das Gras jedoch gemäht:-)

Wir gelangten auf die offizielle Euro Velo Route und folgten dieser ca 20 Kilometer über eine Schotterpiste mit vielen Schlaglöchern bis kurz vor Santa Maria. Hier kamen wir auf die Hauptstrassen und konnten nun endlich wieder mal mit Tempo Velofahren. In Fabro Scalo gönnten wir uns ein Gelato und füllten unsere Vorräte auf.

Danach folgten noch die letzten 2 Kilometer bis zum Hotel in Fabro. Im Hotel zugehörigen Restaurant wollten wir Abendessen, doch als wir um 19:30h dort standen, hiess es ob wir eine prenotazione haben. Das hatten wir natürlich nicht und so reservierten wir im Restaurant für 20:30h einen Tisch. Bis es soweit war gönnten wir uns ein Aperitivo.

Dieses Restaurant war komplett voll es gab einige Leute die draussen warteten, dass Tische frei werden.

Ein Bruschetta mit Tomaten, einen grünen Salat und ein Fileto del Manzo vom Grill gönnte ich mir heute. @Regi fast so gut wie in Argentinien:-)

Perugia per Treno

8:42h fuhr in Passignano sul Transimeno der Zug nach Perugia, obwohl heute der Streiktag der Italienischen Eisenbahn ist. Nach gut 30 Minuten Fahrt kamen wir in Perugia an. Dort ging es auf die selbstfahrende Metrobahn und mit ihr in die Altstadt hinauf. Um 10h war es schon recht schwül warm als wir vor dem Dom standen. Wir spazierten durch die vielen Torbögen und bestaunten das Panorama auf die unterschiedlichen Stadteile.

Wir passierten einen Markt, wo ich der Marktfrau sehr feine italienische Aprikosen und ein paar Chirsi abkaufte. Bei einem Stadttor ging via der Chiesa di San Michele Angelo ging die Tour weiter. In der Zwischenzeit war es ziemlich heiss geworden, Zeit für eine Abkühlung. Die fanden wir in der Rocca Paolina, einer unterirdische Festung mit vielen hohen Gängen. Wieder abgekühlt genossen wir einen Torta al Testo zu Schinken und Salami. Es ist ein typisches feines Brot aus Umbrien, guckt euch das verlinkte Rezept an und bringt etwas Italien auf euren Esstisch 😉

Gestärkt ging es nun zum Aquädukt runter, das gerade in Rennovation ist und schauten uns einen anderen Stadtteil an, genossen die Aussicht und gönnten uns noch ein Dessert, bevor wir mit 4 unterschiedlichen Baci de Perugia die Heimreise antraten. In der Zwischenzeit verdunkelte sich der Himmel und erstes Donnergrollen war hörbar. Mit der Mini Metro ging es zum Bahnhof zurück und als wir auf den Zug warteten, fegte das Gewitter über die Stadt. Wir reisten 30 Minuten retour nach Passignano sul Trasimeno und bekamen noch letzte Regentropfen ab. Es hat ziemlich abgekühlt und wir planten noch etwas die Weiterreise südwärts, da am 2.6. ein Feiertag ist, sind viele Hotels schon ausgebucht.

Heute gab es violette Gnocchi mit Fisch zum Znacht, die violetten Kartoffeln lassen grüssen Nun verzogen sich die Gewitterwolken und wir gingen noch zum See, ein paar Sonnenuntergang Bilder einfangen begleitet von Mückenschwärmen.

Arezzo – Passignano sul Trasimeno 69 km

Heute konnten wir erneut früh aufbrechen, da wir kein Zmorgen im Hotel gebucht hatten. Zu Fuss mussten wir die Velos ein paar Meter schieben, da es von Schülern nur so wimmelte. Bald kamen wir auf den Veloweg und liessen Arezzo hinter uns. Nach 10km Fahrt gönnten wir uns ein Cappuccino und ein Cornetto.

Schon bald gelangten wir auf den Veloweg Sentiro della Bonifica. Der Weg führte uns zu Beginn über Teersträsschen und später über Feldwege immer schön dem Canale Maestro delle Chiana entlang, der kaum Wasser hatte. Der Weg wurde immer wie schmäler und das Gras links und rechts immer wie höher.

In der Nacht musste es geregnet haben, da es teilweise Wasserpfützen und Schlamm gab. Der Schlamm setze sich an meinem Velo fest und spickte mir bis an die Schultern hoch. Ich kam mir vor als ob ein Radquer gefahren war. Das mannshohe Gras streifte zudem an meinen Schuhen und den Satteltaschen, so dass diese vor lauter Blütenstaub eine Gelbfärbung aufwiesen.

Als es langsam Mittagszeit war, bogen wir nach Camucia ab. Kauften dort in einem Coop ein. Vor dem Coop gab es ein Bänkchen, welches wir gleich in Beschlag nahmen. Gestärkt mit frischen italienischen Kirschen und anderem feinen Essen, machten wir uns auf den Weg Richtung Lago Trasimeno, Im Rücken von uns braute sich eine gewaltige Gewitterfront zusammen, so schauten wir zu, dass wir trocken zum See kamen. Ein paar Höhenmeter mussten diesmal auch bezwungen werden wir kamen an fein duftendem Gingster vorbei. So Velogangsterten wir etwas mit dem Gingster 😉

Die Abfahrt mit den vielen Schlaglöchern in den Strassen, kann man da nicht so recht geniessen. Beim See angelangt radelten wir die letzten Kilometer der Seepromenade nach Passignano sul Trasimeno.

Als ein Hotel gefunden war, beschlossen wir noch unsere Wäsche im nahen Waschsaloon zu waschen. Was für ein Zufall vor dem Waschsaloon standen Velofahrer mit Villiger Velos. Das müssen also Schweizer sein. So quatschte ich die beiden im Saloon auf Schweizerdeutsch an. Kaum zu glauben, das waren keine Unbekannten. Cyrill ist ein ehemaliger Arbeitskollege von der Telekurs Zeit und wie der Zufall so will, begegnete ich ihm nach Jahren wieder in Italien in einem Waschsaloon. Auch er ist mit seiner Frau Daniela am Velofahren und sie machen einiges mehr an Höhenmeter als wir und das auch ohne E-Bike. Chapeau!

In der Zwischenzeit hat sich die Bewölkung verzogen und wir bestaunten von La Rocca di Passignano sul Trasimeno das Panorama auf den See und die umliegende Landschaft, bevor wir uns ein Abendessen gönnten.

Rimini – Forli 57 km plus Zugtransfer via Bologna nach Arezzo

Nach dem Frühstück schwingen wir uns schon bald auf die vollbeladenen Velos. Verlassen Rimini Richtung Westen und fahren einem schönen Naturweg entlang. Diesen verlassen wir bei Santarcangelo di Romea, fahren der Hauptstrasse SS9 entlang und statten dem Örtchen Savignano sul Rubicone einen kurzen Besuch ab. In Cesena gab es glücklicherweise einen Trinkbrunnen in einem schattigen Park, so legten wir dort eine Pause ein, füllten unsere Wasserflaschen und gönnten uns eine Aprikose. Weiter ging es teilweise dem zur SS9 parallel verlaufenden Veloweg entlang. Nun wurde es schon brutzelnd warm und wir waren froh, als wir in Forlimpopoli im Schatten einen Zwischenstopp machen konnten. Dieses schmucke Altstädtchen haben wir noch kurz fotografiert und uns wieder in die Hitze gestürzt. Zum Glück gibt es etwas Fahrtwind, so war die Hitze etwas erträglicher. Wir nahmen die letzten Kilometer in der brütenden Mittagshitze in Angriff und waren gegen 12:30h in Forli, wo wir uns im Schatten auf der Piazza Aurelio im Schatten ein Wasser und ein Gazosa gönnten.

Bei 35° über das Gebirge fahren mit Gepäck haben wir als too much empfunden und uns für die Zugfahrt entschieden. Um 13:30h kam der Regionalzug und wir fuhren mit dem ca 1h bis nach Bologna. Im Bolgona hatten wir ca 30 Minuten Aufenthalt und fuhren mit einem Intercity durch den Apennin nach Arezzo.

Hier in der Toskana wehte ein Wind und die Hitze war etwas erträglicher. Schnell unter die Dusche, die Dachterasse vom Hotel auskundschaften und dann Sightseeing. Nettes Städtchen mit gutem Ausblick in die Landschaft und hübschen Gebäuden.

Wir gönnten uns auf der Piazza Grande ein delikates Abendessen und ein Glas feinen Wein aus der Region. Verdauten das feine Essen bei einem Altstadtwalk und geniessen die Dachterrasse bei angenehmen 24°.

Rimini – San Marino – Rimini 26’000 Schritte

Heute gab es einen Velo Ruhetag. Per Bus ging es in die Höhe nach San Marino. Die Temperaturen 700 Meter über Meer waren etwas angenehmer und wir erwanderten die Festung von Turm zu Turm und schauten in die Hügel des Apennins und konnten sogar bis nach Rimini blicken. Nach der Festungswanderung schlenderten wir noch etwas durch die steilen Gassen der hübschen Altstadt, vorbei an unzähligen Tourishops, wo primär Waffen, Parfums, Alkohol und Postkarten verkauft wird. Wir geben der Post von San Marino eine Chance und haben ein paar Postkarten mit Marken gekauft. Hoffentlich finden diese den Weg in die Heimat etwas zuverlässiger, als dies an anderen Orten der Welt schon war.

Nach feiner Piadina beschlossen wir schon den Bus um 14:15h zu nehmen. Leider gab es kein Platz mehr im Bus für uns, und so kauften wir Tickets für den Bus um 15:30h.£
Gegen 16:30h waren wir wieder in Rimini in der Hitze. Die Dusche war eine willkommene Abkühlung und wir verbrachten noch etwas Zeit mit der Planung der Weiterreise. Danach gingen wir zum Strand. Das Meer musste förmlich gesucht werden, nach der Strasse folgten Strandbars oder Sportplätze und dann kamen x Reihen Sonnenschirme und Liegestühle. Es gibt sogar Hundestrandgärtchen mit Sonnenschirm, Liegen und einen Zaun herum, damit der Vierbeiner umherspringen kann.

Ich wagte mich dann auch mal in das Meer. Es ist ziemlich sicher schon über 20° warm. Zuerst watete ich ziemlich weit raus, bis es genügend tief war um ein paar Schwimmzüge zu machen.

Im Anschluss spazierten wir dem Strand entlang bis zur Mole und gönnten uns in einem der zahlreichen schon offenen Restaurants einen Znacht.

Lido di Classe – Rimini 50 km

In der Nacht haben sich die grossen Schiffe wie Perlenketten am Horizont aufgereiht. Heute war ich früh wach und konnte sogar denn Sonnenaufgang über der Adria einfangen.

Nach dem Zmorgen im Garten bepackten wir unsere Velos und fuhren ziemlich langsam durch die vielen Strandorte. In Cervia besichtigten wir per Velo die Salinen und beobachteten erneut Flamingos und Stelzenvögel. Danach radelten wir primär über Strandpromenaden. Schon bald führte uns der Veloweg, oder war es doch ein Wanderweg, bei Pinarella durch den Pinienwald bis fast nach Cesenatico. Dort stand eine Fähre und die haben wir dann auch gerade genommen um ans andere Ufer des Kanals zu gelangen. Wir schauten uns das hübsche Städtchen Cesenatico mit den farbigen Häusern und den vielen Schiffen an, kühlten uns von innen mit einem Affogato von der Hitze ab.

Abgekühlt ging die Tour weiter nach Süden immer schön brav auf den Velowegen durch die vielen Badeorte. Diese Velowege waren meistens mit Einfahrten und Schlaglöchern oder Wurzelunebenheiten durchzogen, so dass ein schnelles Fahren etwas riskant gewesen wäre. Bei Viserbella gab es unzählige Sportplätze mit Beach Volleyballfeldern, Paddel Areas und Tennisplätzen, mal was anderes als nur Sonnenschirme und Strandbars 🙂

Bald erreichten wir Rimini und suchten uns ein Hotel zwischen Strand und Bahnhof aus. Schlussendlich landeten wir im falschen Hotel, da es hier nur so von Hotels wimmelt. Im Gegensatz zur letzten Nacht ist das Zimmer sehr klein und das Bad ist auf Hongkong Style optimiert.

Erfrischt, radelten wir zur Altstadt von Rimini und schauten uns die schönen Gebäude und Sehenswürdigkeiten per Velo an. Gönnten uns einen Aperitivo und einen feinen Znacht in einer Osteria, bevor es zurück ins Hotel ging, wo wir die angenehmen Temperaturen auf dem Balkon geniessen.

Porto Garibaldi – Ravenna – Lido di Classe 91km

Frisch gestärkt und das Velo vollbepackt verliessen wir Porto Garibaldi in die selbe Richtung, wie wir gestern gefahren sind. Bei Comachio nahmen wir diesmal die Strasse anstelle dem schmalen Veloweg. Kamen dann aber auf die selbe Graspiste wie gestern, nur hatte es heute deutlich weniger Velofahrer unterwegs. Aus nächster Nähe konnten wir nochmals Flamingos beobachten.

Bei Sant Alberto nahmen wir die Fähre und überquerten den Fluss Reno. Der Veloweg führte uns zu geschlossenen Strassen, und so fuhren wir auf der Hauptstrasse nach Casa Borsetti. Dort hat es hübsche Schirmpinien und der Veloweg führte uns unter schattigen Pinien nach Marina Romea, wo es Picknicktische unter den schattigen Pinien gab. Diese nutzten wir gleich für unser Picknick 🙂

Der Weg war dann etwas der Sonne ausgesetzt und wir radelten durch die Industriezone von Ravenna. Auf der einen Seite der Strasse eine Raffinerie und auf der anderen Seite ein Naturschutzgebiet mit vielen Vögeln, der Kontrast könnte nicht grösser sein.

In Ravenna radelten wir gleich beim Mausoleum di Teodorico vorbei und beschlossen da rein zu gehen. WC und Trinkwasser hatte es auch, und so füllten wir unsere Wasserflaschen auf. Nun folgte das Kulturprogramm, Mosaike anschauen. Im Kombiticket waren 4 Eintritte dabei. Wir radelten in die Stadt der Mosaike und schauten uns die Basilica di San Vitale mit ihren hübschen Mosaiken an. Gleich nebenan war das Mausoleum di Galla Placidia, mit dem schönsten Sternenhimmel:-) Nun gönnten wir uns ein Gelati und radelten dann zur Basilica di San Appolinare und final noch zum Battisterno Neonniano. Das war die Kulturportion von heute.

Richtung Süden verliessen wir Ravenna und hatten noch eine geschlossene Strasse zu passieren. Das geht ja flott, wenn ich eine Satteltasche abpacke und das Velo durch die Absperrung durchschiebe. Nun folgte eine grosser hübscher, angenehm kühler Pinienwald, den wir durchradelten. Als wir aus dem Wald kamen, fuhren wir zum Abschluss noch ein paar Kilometer auf einer staubigen Schotterpiste und kamen gegen 18 Uhr in Lido di Classe an. Hier haben wir eine Suite mit Meerblick im 4. Stock für 60 EURO ergattert. Viel Zeit zum Verweilen blieb nicht, da Energienachschub gefragt war. So gönnten wir uns heute ein gesundes Abendessen mit viel Salat und ich mir noch ein Thunfisch vom Grill dazu. Als die Sonne langsam unter ging, war Zeit für den Strandwalk.

Valli di Comacchio Rundtour 58km

Oh ein Schreckensmoment, als ich mich aufs Rad geschwungen hatte, irgendwas klapperte da ganz ungewöhnlich. Der Grund war schnell gefunden, die Schraube wo das vordere Schutzblech angemacht ist, war, fehlte:-( So ging es zurück zur Unterkunft und tatsächlich war die Schraube im Veloabstellraum. Befestigen musste ich die Schraube ohne schlaues Werkzeug in der Hoffnung ich verliere sie nicht.

Porto Garibaldi verliessen wir in Richtung Comacchio, und kamen schon bald auf einen Veloweg. Wir guckten uns das nette Städtchen Comacchio an und dann radelten weiter, um die Lagune zu umrunden. Der Weg führte uns über einen schmaler Schotterweg mit vielen anderen Radler. Zum Glück verteilten sich die vielen Radler dann auf den weiteren 7 Kilometern Schotterstrasse etwas.

Zum Glück kamen nun 15 Kilometer Asphalt, da konnten wir speedy fahren und überholten einen Grossteil des Radlerpulks. Als es dann wieder auf Damm hoch ging, hatten wir herrliche Aussicht auf die Lagune mit unzähligen Flamingos, sie waren noch da 🙂

Wir beobachteten die Tiere und lauschten ihrem Geschnatter und fuhren dann weiter. Nun waren 8 Kilometer Schotterpiste zu bewältigen.. Mein armes Velo…Picknickplätze und Schatten waren auch heute Mangelware. Zum Glück gab es irgendwo ein altes überwachsenes Haus, das etwas Schatten spendete, so picknickten wir dort. Abgekühlt und gestärkt machten wir uns nun auf den Argine degli Angelo. Es ist ein kleiner Damm, der mitten durch die Lagune führt. Wir folgten diesem ebenfalls Schotterweg über 6km und kamen dann bald wieder ans Festland, dort tankten wir an einem Trinkbrunnen Wasser und nahmen die letzten 4 Kilometer Schotterstrasse in Angriff. Danach kamen wir in bewohnte Gegend unter schön schattigen Pinien und radelten auf Teerstrassen Richtung Porto Garibaldi und setzen mit der Fähre auf die andere Kanalseite über. Staubig von Kopf bis Fuss von der Gravelrundfahrt freuten wir uns auf die Dusche. Im Anschluss guckte ich noch nach meinen Velo und versuchte die Schraube am Schutzblech zu fixieren. Duktap sei dank, so wickelte ich die Schraube damit ein, damit sie hoffentlich nicht mehr rausfällt. Leider streift das Tape am Rad, so musste nochmals die Schere her und die Reparatur war beendet. @Pete ich kontrolliert natürlich auch meine Vorderradgabel, was mich in der Zwischenzeit mehr nervt ist da doofe Gequietsche. Ich werde wohl die Vorderradgabel spätestens beim nächsten Service ersetzen.

Heute gab es wieder Abendessen vom Spar, das wir diesmal auf dem Balkon geniessen konnten. Gesättigt spazierten wir dem Strand entlang und sahen wieder Schwärme von Flamingos vorbei fliegen.

Ca’ Tiepolo – Porto Garibaldi 69 km

Südwärts mit Gegenwind durch Kulturlandschaft, aber leider ohne Sicht auf den Po della Donzella radelten wir nach Santa Giulia, dort überquerten wir den Po della Donzella über eine Pontonbrücke und schon bald den Po di Goro, ebenfalls über eine Pontonbrücke. Uns hatte die Region Emilia- Romana zurück. Nun etwas Flussaufwärts bis Goro radeln, dort schauten wir uns den Hafen und das kleinste Theater von Italien an, dabei erkundeten wir uns ob es wirklich kein Durchkommen von Volano nach Lido di Volano gibt. Leider haben sie dort die Brücke abgerissen und so mussten wir unsere Velotour umplanen. Wir liebäugelten noch nach Volano zu fahren, haben eine Strasse gefunden, die einer Schotterpiste gleicht, die haben wir dann auch genommen, aber als diese in eine Sandpiste über ging, gaben wir forfait und kehrten um. Der Schotterpiste blieben wir aber noch ein paar Kilometern treu, da sie nette mit Pinien gesäumt war. Unter einer dieser schönen schattenspenden Pinien machten wir Mittagsrast.

Frisch gestärkt folgten wir schon blad eine Stück der Schnellstrasse, bis wir auf einen grünen Veloweg gelangten. Voller Enthusiasmus, dass dieser auf der andern Seite der Brücke weiter ging, überquerten wir diese und war super enttäuscht, wir landeten auf einer Gravel Piste, welche parallel zur Strasse führte. Mein Velo gibt bei gewissen Unebenheiten Quietschgeräusche von sich, was schon auf ebenen Strassen manchmal der Fall ist, so will ich dem gut schauen, damit es hoffentlich die Reise noch heil übersteht, und Gravelfahren mit Gepäck ist bestimmt nicht gerade förderlich für die Rad Gesundheit. Nun mussten wir den Po di Volano passieren. Dazu ging es auf die grosse Strasse, wo wir mit dem ganzen Schwerverkehr die Brücke passierten. Wir hatten die Hoffnung in Vaccolino eine Nebenstrasse zu finden. Leider führte die erste Strasse ins Dead End und die zweite war eine Graspiste. Mal was neues, der Untergrund ist ja samtweich, aber das Gras bremste einem aus. Als auch diese Graspiste in eine Sandpiste über ging schob ich das Velo die letzten Meter. Diese Umwegabenteuer sind Zeitintensiv und so fassten wir allen Mut zusammen und rollten auf der Schnellstrasse südwärts bis San Giuseppe. Glücklicherweise konnten wir von dort dem Veloweg bis Porto Garibaldi folgen. Wir logieren hier in einem Hotelzimmer mit einem Balkönchen, das Meerblick hat. Nachdem wir geduscht haben und alle schmutzigen Kleider zusammengesammelt hatten, radelten wir noch ca 2km zum Spar. Dort gibt es einen Waschsaloon, wo wir eine Maschine charterten. Das gute ist, im Spar nebenan konnten wir in der Zwischenzeit einkaufen und haben uns gleich das Abendessen dort gekauft. Wir genossen wunderbare Melone zu San Daniele Schinken, Bersola, Oliven, Tomaten, Riebli und einem Semolabrot und tranken ein lokales Bier. Leider diente unser Balkon grad als Wäscheständer und so assen wir innerhalb der Türe, mit Meeresluft in den Nase 🙂 Plötzlich rauschte es und als wir aufschauten flog ein Schwarm rosaroter Flamingos über uns. Hoffentlich sind diese nicht von dannen gezogen, wir möchten nämlich morgen noch welche besichtigen.

Gesättigt spazierten wir im letzten Sonnenlicht über den Strand, vorbei an X Sonnenschirmen. Schauten den Fischern noch zu wie erfolglos sie waren, gönnten uns ein Gelato und spazierten dem Hafen entlang, bis auch die blaue Stunde vorbei war.

Mesola – Ca’Tiepolo 91km

Zum Glück hatten wir noch Brot dabei, welches wir zum Frühstück verwenden konnten um die Konfiture rauf zu schmieren. Das Zwieback und die süssen Gutzi liessen wir unberührt, dafür packten wir uns den Prosciutto und Salami ein.

In der Panificio in Mesola deckten wir uns noch mit zwei Brötli und süssen Empanadas ein. Dann waren wir startklar und fuhren nordwärts über den Po de Goro. Bei Taglio di Po mussten wir uns den Weg suchen, damit wir auf die Brücke kamen, welche den Po de Venezia überquerte. Wir radelten über eine Schotterstrasse und sahen schon die ersten Vögel. Laut Urs, dem Vogelexperten, sind das Heilige Ibisse, welche aus Afrika einwanderten, und sich in Kolonien bei uns niederlassen. Bald stiessen wir auf den Veloweg und radelten durch satte grüne Felder, machten ein Stopp und stellten, fest, dass das Veloständer abstellen die gefiederten Freunde vertreibt. Nun gab es ein süsses Empanada und dann waren wir gestärkt. Bald erreichten wir Porto Levante und gönnten uns einen Cappuccino. Das Meer war nicht mehr weit. Über Dämme führte unsere Velotour weiter. Bei Lungo il fume Po, Porte Levante konnten wir viele Vögel beobachten und versuchten diese mit unseren Handys einzufangen. Das Bestimmen der Arten überlasse ich den Profis, wie das Urs und seine Familie ist. Gewichtsmässig verzichteten wir auf die Mitnahme von Teleobjektiven und Feldstechern. Da kommen wir lieber mal wieder im Profi Birder 😉

Nach 40km hatten wir langsam Hunger. Picknick Plätze im Schatten waren wieder Mangelware und so kehrten wir im Ristorante Oasi ein. Gönnten uns dort im Schatten ein gesundes Mittagsessen und entschieden uns in Ca’ Tiepolo zu nächtigen. Um dorthin zu gelangen mussten wieder zwei Brücken passiert werden. Hier angekommen, gab es als erstes ein Gelati. Wir mussten etwas warten, bis wir einchecken konnten. Im Zimmer liessen wir die Packtaschen und nahmen nur Leichtgepäck und etwas Food mit. Diesmal radelten wir südwärts vorbei an Reisfeldern zum Meer. Yes wir haben es ans Meer geschafft:-) Nun gab es zu Belohnung ein Picknick am Meer. Auf dem Rückweg machten wir noch beim Sacca degli Scardovsari halt. Kein Vogel weit und breit, wir waren wohl noch etwas früh unterwegs. Sahen jedoch vom Damm aus noch ein hübscher Bienenfresser vorbeifliegen und Oystercatcher. Danach ging es wieder retour nach Ca’ Tiepolo wo es Spaghetti Carbonara und ein Salame de Chocolate gab.