Valli di Comacchio Rundtour 58km

Oh ein Schreckensmoment, als ich mich aufs Rad geschwungen hatte, irgendwas klapperte da ganz ungewöhnlich. Der Grund war schnell gefunden, die Schraube wo das vordere Schutzblech angemacht ist, war, fehlte:-( So ging es zurück zur Unterkunft und tatsächlich war die Schraube im Veloabstellraum. Befestigen musste ich die Schraube ohne schlaues Werkzeug in der Hoffnung ich verliere sie nicht.

Porto Garibaldi verliessen wir in Richtung Comacchio, und kamen schon bald auf einen Veloweg. Wir guckten uns das nette Städtchen Comacchio an und dann radelten weiter, um die Lagune zu umrunden. Der Weg führte uns über einen schmaler Schotterweg mit vielen anderen Radler. Zum Glück verteilten sich die vielen Radler dann auf den weiteren 7 Kilometern Schotterstrasse etwas.

Zum Glück kamen nun 15 Kilometer Asphalt, da konnten wir speedy fahren und überholten einen Grossteil des Radlerpulks. Als es dann wieder auf Damm hoch ging, hatten wir herrliche Aussicht auf die Lagune mit unzähligen Flamingos, sie waren noch da 🙂

Wir beobachteten die Tiere und lauschten ihrem Geschnatter und fuhren dann weiter. Nun waren 8 Kilometer Schotterpiste zu bewältigen.. Mein armes Velo…Picknickplätze und Schatten waren auch heute Mangelware. Zum Glück gab es irgendwo ein altes überwachsenes Haus, das etwas Schatten spendete, so picknickten wir dort. Abgekühlt und gestärkt machten wir uns nun auf den Argine degli Angelo. Es ist ein kleiner Damm, der mitten durch die Lagune führt. Wir folgten diesem ebenfalls Schotterweg über 6km und kamen dann bald wieder ans Festland, dort tankten wir an einem Trinkbrunnen Wasser und nahmen die letzten 4 Kilometer Schotterstrasse in Angriff. Danach kamen wir in bewohnte Gegend unter schön schattigen Pinien und radelten auf Teerstrassen Richtung Porto Garibaldi und setzen mit der Fähre auf die andere Kanalseite über. Staubig von Kopf bis Fuss von der Gravelrundfahrt freuten wir uns auf die Dusche. Im Anschluss guckte ich noch nach meinen Velo und versuchte die Schraube am Schutzblech zu fixieren. Duktap sei dank, so wickelte ich die Schraube damit ein, damit sie hoffentlich nicht mehr rausfällt. Leider streift das Tape am Rad, so musste nochmals die Schere her und die Reparatur war beendet. @Pete ich kontrolliert natürlich auch meine Vorderradgabel, was mich in der Zwischenzeit mehr nervt ist da doofe Gequietsche. Ich werde wohl die Vorderradgabel spätestens beim nächsten Service ersetzen.

Heute gab es wieder Abendessen vom Spar, das wir diesmal auf dem Balkon geniessen konnten. Gesättigt spazierten wir dem Strand entlang und sahen wieder Schwärme von Flamingos vorbei fliegen.

Ca’ Tiepolo – Porto Garibaldi 69 km

Südwärts mit Gegenwind durch Kulturlandschaft, aber leider ohne Sicht auf den Po della Donzella radelten wir nach Santa Giulia, dort überquerten wir den Po della Donzella über eine Pontonbrücke und schon bald den Po di Goro, ebenfalls über eine Pontonbrücke. Uns hatte die Region Emilia- Romana zurück. Nun etwas Flussaufwärts bis Goro radeln, dort schauten wir uns den Hafen und das kleinste Theater von Italien an, dabei erkundeten wir uns ob es wirklich kein Durchkommen von Volano nach Lido di Volano gibt. Leider haben sie dort die Brücke abgerissen und so mussten wir unsere Velotour umplanen. Wir liebäugelten noch nach Volano zu fahren, haben eine Strasse gefunden, die einer Schotterpiste gleicht, die haben wir dann auch genommen, aber als diese in eine Sandpiste über ging, gaben wir forfait und kehrten um. Der Schotterpiste blieben wir aber noch ein paar Kilometern treu, da sie nette mit Pinien gesäumt war. Unter einer dieser schönen schattenspenden Pinien machten wir Mittagsrast.

Frisch gestärkt folgten wir schon blad eine Stück der Schnellstrasse, bis wir auf einen grünen Veloweg gelangten. Voller Enthusiasmus, dass dieser auf der andern Seite der Brücke weiter ging, überquerten wir diese und war super enttäuscht, wir landeten auf einer Gravel Piste, welche parallel zur Strasse führte. Mein Velo gibt bei gewissen Unebenheiten Quietschgeräusche von sich, was schon auf ebenen Strassen manchmal der Fall ist, so will ich dem gut schauen, damit es hoffentlich die Reise noch heil übersteht, und Gravelfahren mit Gepäck ist bestimmt nicht gerade förderlich für die Rad Gesundheit. Nun mussten wir den Po di Volano passieren. Dazu ging es auf die grosse Strasse, wo wir mit dem ganzen Schwerverkehr die Brücke passierten. Wir hatten die Hoffnung in Vaccolino eine Nebenstrasse zu finden. Leider führte die erste Strasse ins Dead End und die zweite war eine Graspiste. Mal was neues, der Untergrund ist ja samtweich, aber das Gras bremste einem aus. Als auch diese Graspiste in eine Sandpiste über ging schob ich das Velo die letzten Meter. Diese Umwegabenteuer sind Zeitintensiv und so fassten wir allen Mut zusammen und rollten auf der Schnellstrasse südwärts bis San Giuseppe. Glücklicherweise konnten wir von dort dem Veloweg bis Porto Garibaldi folgen. Wir logieren hier in einem Hotelzimmer mit einem Balkönchen, das Meerblick hat. Nachdem wir geduscht haben und alle schmutzigen Kleider zusammengesammelt hatten, radelten wir noch ca 2km zum Spar. Dort gibt es einen Waschsaloon, wo wir eine Maschine charterten. Das gute ist, im Spar nebenan konnten wir in der Zwischenzeit einkaufen und haben uns gleich das Abendessen dort gekauft. Wir genossen wunderbare Melone zu San Daniele Schinken, Bersola, Oliven, Tomaten, Riebli und einem Semolabrot und tranken ein lokales Bier. Leider diente unser Balkon grad als Wäscheständer und so assen wir innerhalb der Türe, mit Meeresluft in den Nase 🙂 Plötzlich rauschte es und als wir aufschauten flog ein Schwarm rosaroter Flamingos über uns. Hoffentlich sind diese nicht von dannen gezogen, wir möchten nämlich morgen noch welche besichtigen.

Gesättigt spazierten wir im letzten Sonnenlicht über den Strand, vorbei an X Sonnenschirmen. Schauten den Fischern noch zu wie erfolglos sie waren, gönnten uns ein Gelato und spazierten dem Hafen entlang, bis auch die blaue Stunde vorbei war.

Mesola – Ca’Tiepolo 91km

Zum Glück hatten wir noch Brot dabei, welches wir zum Frühstück verwenden konnten um die Konfiture rauf zu schmieren. Das Zwieback und die süssen Gutzi liessen wir unberührt, dafür packten wir uns den Prosciutto und Salami ein.

In der Panificio in Mesola deckten wir uns noch mit zwei Brötli und süssen Empanadas ein. Dann waren wir startklar und fuhren nordwärts über den Po de Goro. Bei Taglio di Po mussten wir uns den Weg suchen, damit wir auf die Brücke kamen, welche den Po de Venezia überquerte. Wir radelten über eine Schotterstrasse und sahen schon die ersten Vögel. Laut Urs, dem Vogelexperten, sind das Heilige Ibisse, welche aus Afrika einwanderten, und sich in Kolonien bei uns niederlassen. Bald stiessen wir auf den Veloweg und radelten durch satte grüne Felder, machten ein Stopp und stellten, fest, dass das Veloständer abstellen die gefiederten Freunde vertreibt. Nun gab es ein süsses Empanada und dann waren wir gestärkt. Bald erreichten wir Porto Levante und gönnten uns einen Cappuccino. Das Meer war nicht mehr weit. Über Dämme führte unsere Velotour weiter. Bei Lungo il fume Po, Porte Levante konnten wir viele Vögel beobachten und versuchten diese mit unseren Handys einzufangen. Das Bestimmen der Arten überlasse ich den Profis, wie das Urs und seine Familie ist. Gewichtsmässig verzichteten wir auf die Mitnahme von Teleobjektiven und Feldstechern. Da kommen wir lieber mal wieder im Profi Birder 😉

Nach 40km hatten wir langsam Hunger. Picknick Plätze im Schatten waren wieder Mangelware und so kehrten wir im Ristorante Oasi ein. Gönnten uns dort im Schatten ein gesundes Mittagsessen und entschieden uns in Ca’ Tiepolo zu nächtigen. Um dorthin zu gelangen mussten wieder zwei Brücken passiert werden. Hier angekommen, gab es als erstes ein Gelati. Wir mussten etwas warten, bis wir einchecken konnten. Im Zimmer liessen wir die Packtaschen und nahmen nur Leichtgepäck und etwas Food mit. Diesmal radelten wir südwärts vorbei an Reisfeldern zum Meer. Yes wir haben es ans Meer geschafft:-) Nun gab es zu Belohnung ein Picknick am Meer. Auf dem Rückweg machten wir noch beim Sacca degli Scardovsari halt. Kein Vogel weit und breit, wir waren wohl noch etwas früh unterwegs. Sahen jedoch vom Damm aus noch ein hübscher Bienenfresser vorbeifliegen und Oystercatcher. Danach ging es wieder retour nach Ca’ Tiepolo wo es Spaghetti Carbonara und ein Salame de Chocolate gab.

Ferrara – Mesola 79km

Nach dem vollgeschlagenen Bauch am Zmorgenbuffet beluden wir unsere Velos. Da ist etwas nicht mehr gut, mein Gepäckträger steht etwas arg im Schiefstand. Tja da suchen wir doch in der Velofreundlichsten Stadt von Italien ein Velomech auf. In der Altstadt verwies und der Velomech Vitali Cicli zu Bikeafe, dieses Fahrradgeschäft hatte geöffnet und der Herr hatte auch einen Gepäckträgern, nur war kurz nach 9h kein Mechaniker anwesend, der komme um 10h. Wir spazierten noch etwas durch die Industriegegend, verweilten uns in dem grossen nahen Shoppingcenter und gingen gegen 10:15h langsam wieder zum Bikeafe. Vom Mechaniker noch keine Spur, der kam dann gegen 10:45h und nahm sich dann gleich meinem Velo an, welches einen neuen Gepäckträger erhielt. Die Montage war dann fix, aber das Problem war mein Rücklicht, da war mechanisches Handwerk gefragt. Mit zugeschnittenen und gebogenen Metallplättchen wurde dann mein Rücklicht wieder am Gepäckträger montiert und gegen 11:30h verliessen wir das Velogeschäft.

Via der Stadtmauer von Ferrara radelten wir zum Veloweg, der uns wieder an den Po zurück brachte. Ein Aufstieg auf den Damm von Po musste gemeistert werden und die Hitze war schon etwas gross, so dass wir uns eine Tenue Erleichterung gönnten. Nach wenigen Kilometern kam dann ein überdachter netter Picknickplatz, den wir gleich in Beschlag nahmen.

Danach folgten die letzten 60 Kilometer praktisch alles auf dem Damm, links von uns der Po und rechts Kulturland und Örtchen. In Berra wagten wir uns vom Damm in der Hoffnung ein Brunnen zu finden, aber als diese nicht auffindbar war, fuhren wir wieder auf den Damm hinauf, nahmen noch die eine oder andere Po Schleife mit und kamen kurz vor 17h in Mesola an. Ein kleines Nest, aber da haben wir uns in einem Bed & Breakfast ein Zimmer ergattert, wo wir aber erst nach 18h einchecken konnten. So vertrieben wir uns in der einzigen offenen Bar die Zeit bei einem Bier. Danach spazierten wir einmal um das Schloss und gönnten uns eine Pizza zum Abendessen. Ein kleiner Verdauungsspaziergang durch das Örtchen und zurück in unsere Unterkunft.

Mantua – Ferrara 108 km

Mantua haben wir kurz nach 8 Uhr verlassen und nach ein paar Veloweg Unsicherheiten sind wir auf die Veloroute del Sole gelangt. Durch Kulturlandschaft geradelt, Bisamratten gesichtet, unbemerkt unserem Mincio Flüsschen entlang geradelt, bis wir bei Malcantone den Po erreichten und der Mincio sich zum Po vereinte. Grosse Sandbänke konnten wir bestaunen und auch einen Fasan gab es zu beobachten. Wir gönnten uns nach 30km unser Zmorgen Brioche und verliessen den Po wieder. Auf dem Schutzdamm führte uns der Veloweg wieder etwas weiter ins Landesinnere, bevor wir in Ostiglia über eine der wenigen Brücken den Po überqueren konnten. Auf der anderen Seite in Revere sichteten wir ein Bänkchen und beschlossen Mittagshalt zu machen, man weiss ja nie, wann das nächste Bänkchen kommt. Paule überrollte beinahe eine Baby Schlange, welche sich auf dem Veloweg befand und wir sahen noch ein grosses Exemplar über eine gemähte Wiese huschen. In Bondeno verliessen wir den Po und folgten dem Canale di Burana, dort habe ich ein mittelgrosses Schlangenexemplar wohl mit dem Velo touchiert, welches sich in einer Kurve auf den Veloweg begab. Wir folgten einem Veloweg, der ganz weiss war, da viele Weidenbäume blühten und wir in Weidenwatte Schnee gepackt wurden. Danach ging es noch ca 4 Km in die Stadt Ferrara hinein. Nach dem Einchecken im Hotel waren wir hungrig und machten uns zur Tourinfo im Castel auf, wo wir mit ganz vielen Informationen und Karten für das Po Delta ausgerüstet wurden. Im Laden gegenüber deckten wir uns mit Gemüse und Früchten ein und gönnten uns noch Snacks:-)

Frisch gestärkt wanderten wir durch die Gassen von Ferrara bis es Cappellacci di Zucca gab und eine Torta di Tagliatelle. Ja ihr lest richtig, ein Pastakuchen 😉 @ Antonio den gibt es sogar auch in der süssen Variante:-)

Bussolengo – Borghetto – Mantua 67 km

Wow ein ausgiebiges Frühstücksbuffet gab es heute im Hotel und ich gönnte mit sogar ein Nutella Cornetto 🙂

Mit gefülltem Energiespeicher ging es schon bald aufwärts, oben angekommen konnten wir einen Blick auf den Gardasee erhaschen, bevor es wieder abwärts ging. @Sandra wir passierten sogar ein Ort Sandra und im Anschluss sogar Colà, fehlte nur eine Cola 😉

Plötzlich war das Verkehrsaufkommen sehr hoch und wir wunderten uns weshalb? Aha! Gardaland ist die Attraktion für die vielen Autos, das am Weg lag. Auf dem Weg lag auch ein Einkaufszentrum und wir füllten unseren Gemüsevorrat auf. Nach wenigen Velokilometern fuhren wir noch schnell zum Gardasee und erhaschten einen Blick auf das schöne klare türkisfarbene Wasser. Der Veloweg führte uns dann über die Touristische Porta Brescia, wo es von Touris am Markt wimmelte. So schoben wir das Velo durch die Menge und waren froh, als wir dem ebenfalls wunderbar türkisfarbenen Fluss Mincio entlang radeln konnten. Nach dem Stauwehr hat der Fluss seine Farbe und vor allem das Wasser verloren. Dafür haben wir ein mega grosses rotes Mohnfeld entdeckt, das uns als Fotosujet gelegen kam.

Bald haben wir das hübsche Örtchen Borghetto mit seinen Restaurants am Wasser entdeckt. Beeindruckend ist auch die Visconti-Brücke, welche zur Abhaltung der Venezianer von dem Mailändern gebaut wurde, damit die Venezianer nicht zum Gardasee vordringen konnten.

Weiter radelten wir dann dem Mincio Flüsschen weiter und hielten nach einem Bänkchen für den Mittagsrast Ausschau, nach 40km hatten wir einen knurrenden Magen, so, dass wir ein Weglager Picknick abhielten. Wir hätte ja auch die Karte konsultieren können, knapp 500 Meter weiter, gab es ein Bicigrill mit Picknick Tischen. Das nächste Mal schauen wir wohl beser auf die Karte, bevor wir uns ans Weglager Picknick machen;-) Zum Glück kam nun wieder das schöne türkisfarbene Wasser hervor, aber das wurde dem Fluss wieder entnommen der Veloweg führte uns an dem hässlichen Scaricatore Pozzolo Maglio Kanal entlang, bis kurz vor Gambarara. Dieser Kanal hatte kaum Wasser. Nach Cittadella kamen wir wieder ans Wasser, diesmal sogar über einen Damm über den Lago die Superiore und den Lago die Mezzo. Aber die schöne Farbe hatte der Fluss in dem See verloren 🙁 Wir machten an dem See noch ein XL Apfelstopp und verspiesen die letzten Bärentätzli. Danach radelten wir in die Altstadt von Mantua. Schon bald stiegen wir vom Sattel, üble Kopfsteine, diese Erschütterungen wollte ich meinem Velo ersparen und so schob ich es bis zum Hotel.

Nach der erfrischenden Dusche spazierten wir durch die Stadt und schauten uns die alten Gebäude an und gönnten uns in einem Restaurant einen Fenchelsalat mit feiner Pasta und ein lokales Dessert, sozusagen eine Japonaise – Torte mit Zabaione.

Trento – Rovereto – Bussolengo 95km

Schüttelbrot mit der gestrigen gekauften Konfiture und einem Teeli war unser erstes Frühstück. Kurz nach 8h schwangen wir uns auf das Velo und radelten schon bald der Etsch entlang hübsches Wetter aber im Schatten noch ziemlich kühl, zum Glück hatte ich mir meine Leggins übergestreift. Doch bald wurde es wärmer und ich verstaute diese im Gepäck. Nach gut 30km Fahrt erreichten wir das herzige Örtchen Rovereto, wo es einen feinen Cappuccino und ein Brioche gab. Frisch gestärkt schlenderten wir durch die Altstadt und bewunderten den Handwerkermarkt mit den hübschen Bonsai Bäumchen. Sattgesehen ging die Fahrt wieder zurück zur Etsch. Gegen 12h machten wir inmitten der Rebbergen, wo wir ein freies Bänkchen fanden Mittagsrast. Bald schon teilte sich der Veloweg und wir fuhren auf der linken Talseite vom Fluss abwärts. Spannende Signalisation, Veloweg ist angegeben, aber plötzlich standen wir vor einem verbarrikadierten Weg, den konnte wir Umfahren indem wir einen Rebstocks umfuhren 😉 Es ging dann mehrfach aufwärts, ab und zu durch den Wald und wieder durch Reben. Bald erreichten wir Dolcè, dort gönnten wir uns ein XXXL Apfel aus der Region und beschlossen noch etwas weiter zu fahren. Das Tal wurde nun sehr eng. Hohe Felswände umschlossen uns und wir radelten durch die enge Schlucht, wo es plötzlich ganz viele Fussgänger hatte. Spektakulär war die Schlucht Durchfahrt allemal. Unser Weg führte uns durch ein Dorf, wo sich die ganze Industriezone über mehrere Kilometer mit Steinabbau erstreckte. In Sega wechselten wir die Talseite und hatten mal den ersten etwas längeren Aufstieg zur Ciclopista del Sole zu bezwingen. Der Veloweg del Sole führte uns dem Kanal entlang nach Bussolengo. Unterwegs hatten wir immer wieder Aussicht auf das Valpolicella geniessen können. Zum Glück gab es in diesem Ort neben einem Hotel noch eine Pizzeria, wo wir uns verköstigen konnten und ein Glas Rotwein aus der Region probierten.

Bozen – Trento 65 km bei schönem windigen Wetter

Gestärkt ging es heute erst gegen 9:30h in Bozen los. Cooler Radweg dem
Eisack Fluss entlang. Wir machten beim Flagship Store von Salewa noch ein kurzer Stopp. Coole Artikel aber ziemlich pricy. Wieder auf der anderen Seite des Flusses ging es dem Etsch Radweg entlang immer schön gerade aus weiter. Hohe Felswände auf der einen Seite und Apfelplantagen auf der anderen Seite. So radelten wir ca 30 km weit, dann kam ein steifer Wind auf, und als wir ein freier Rastplatz unter der obligaten Weide erspähten, machten wir dort gerade Mittagsrast und gönnten uns Schüttelbrot zum Käse und dem feinen Mostbröckli vom Alpbad 🙂

Gesättigt hatten wir diesmal Glück und wir hatten 13km/h starker Rückenwind, der uns mit ca 30km/h oder noch schneller über den Damm schob und uns Speed bescherte, wo wir sogar Senioren Rennvelofahrer überholten und die EURO Velotour E-Bike Damen:-)

Bald war die Grenze zum Trentino passiert und es wechselte sich die Landschaft von Apfelplantagen zu Reben. Herrliches Dörfchen St. Michael an der Etsch musste noch als Fotosujet herhalten, und dann führte uns der Veloweg durch einen Auenwald, und plötzlich mussten wir gegen den Wind fahren, uii war das anstrengend, knappe 14km/h schnell waren wir plötzlich nur noch. Bald ging es dann wieder nach rechts und mit Rückenwind habe ich 40km/h hin gebracht, schon recht rasant so ebenaus:-)

Der Etsch entlang rollten wir nach Trento und checkten uns im Hotel ein. Im Anschluss ging es in die schöne Altstadt und wir schlenderten durch die Gassen und gönnten uns sogar ein Gelati, bevor wir uns ein Aperitivo genehmigten und ich das letzte Mal wohl Knödel zum Abendessen geniessen konnte.

Mals – Bozen bei 4° gestartet und bei 13° angekommen 102km

Das Wetter hat gar nicht so schlecht ausgesehen, als wir das erste Mal aus dem Fenster schauten. Wir waren früh auf den Beinen und mussten noch etwas Zeit bis zum Frühstück tot schlagen. Um 7:30h war es dann soweit und wir tankten ordentlich Energie.

Alles wurde in den Sacochen verstaut und ich zog mir die Gore-Tex Schuhe mit dicken Socken an die Füsse, Neben den Radelhosen noch Merino Leggins und die Gore-Tex Hosen rüber. Das Merino T-Shirt, Gilette und die Windstopperjacke hielten meinen Oberkörper warm. Ein Buff unter den Helm und Handschuhe an die Finger waren meine Startausrüstung. Es ging zu Beginn abwärts, via Laatsch nach Glurns, dem kleinen Städtchen mit cooler Stadtmauer. Die Sonne blinzelte uns noch etwas zu, bevor sie sich dann bald hinter den Wolken versteckte. Durch Naturschutzzone radelten wir nach Prad und schauten zum Stilfersjoch hoch, schon krass steil. Der Veloweg führte zu Beginn durch Apfelplantagen und danach praktisch der Etsch entlang. Nach ca 30km begann es zu regnen und wir hüllten uns in die Regenmontour, aber nach kurzer Zeit war der Spuck zum Glück vorbei und bald packten wir das Regenzeugs wieder ein. Nach gut weiteren 30km Fahrt kamen wir nach Meran, hier hatten wir den Plan uns in einem Restaurant aufzuwärmen, doch die Stadt war komplett mit Horden von Touris überfüllt, so dass wir picknickten, wohlbedacht unter einem grossen Baum, denn es begann wieder zu regnen. Der Regen vertrieb uns die leider die Touris nicht, sondern die pferchten sich nun in die Laubengänge der Stadt. Nach einem Sandwich und Spezialitätenkauf flüchteten wir aus Meran und rollten der Etsch entlang weiter nach Bozen. ca 11km vor Bozen begann es dann auch wieder zu regnen und nach 102km erreichten wir unser Hotel, genossen eine warme Dusche und spazierten durch die hübsche Stadt, welche nicht so überrannt war wie Meran. Schüttelbrote durften nicht fehlen und wir deckten uns mit 3 Exemplaren ein. Falls jemand von euch auch mal eins Backen möchte, hier gibt es ein Rezept. Zum Abendessen wollten wir uns nochmals Spezialitäten der Region gönnen und suchten das grosse und berühmte Gasthaus Vögele auf 🙂

Auf geht’s nach Italien mit sehr wenigen Velokilometern

Der grösste Teil der heutigen Tour absolvierte ich um in einer Regenpause von zuhause an den Hauptbahnhof zu radeln mit gut gefüllten Taschen.

Per Zug ging es via Landquart auf die RHB bis nach Zernez. Das Postauto hat uns schon erwartet und verstauten unser Gepäck und hängten unsere Velos an der Rückseite vom Postauto ein. Je höher wir uns dem Ofenpass empor schraubten, desto winterlicher wurde es. Auf der Passhöhe Susom Give war es schon winterlich weiss, bald hatte das Postauto die Höhenmeter vernichtet und es kam im Val Munstair das grün wieder zum Vorschein 🙂 Bald passierten wir die Grenze und das Postauto zirkelte durch Glurns hindurch bis es uns am Bahnhof Mals auslud. Die Velos waren von der Fahrt Sandpaniert und wir mussten sie zuerst mal etwas putzen, bis wir in die Pedale treten konnten und steile 100 Höhenmeter bis zum Hotel Sonne radelten.

Winterlich kalt war es hier draussen und wir zogen uns warme Kleidung und die Regenjacke über. Nun inspizierten wir bei heftigem Regen Mals. Flüchteten uns vor dem herabfallenden Nass in die Läden und beschlossen dann den Sentiro del Sole zu folgen. Wir hatten wirklich Glück und die Sonne kam tatsächlich hervor und wir konnten die hübsche Aussicht auf die umliegenden Städtli wie Glurns, Laatsch und Mals geniessen. Zu unserer Überraschung kamen wir auf einen Waalweg, keine Angst kein Waalfisch, sondern nur ein Weg einem Bewässerungskanal entlang. Diesem hübschen Weg folgten wir wieder nach Mals zurück und konnten immer wieder schöne Blicke ins Tal erhaschen und auf die umliegenden verschneiten Berge, welche langsam aus den Wolken hervorkamen.
Als sich die Sonne wieder hinter die Wolken hüllte war es merklich kühler und wir gingen schnell ins Hotel Sonne zurück uns aufwärmen, bevor es zum Abendessen nochmals raus ging. Dort genossen wir ein herrliches Vinschgauer Plättli zur Vorspeise und im Anschluss Knödel. Ich hatte sogar einen sehr feinen Brennesselknödel probiert:-) Retour machten wir noch eine kurze Tour durch die Altstadt vorbei an vielen Kirchtürmen und schnell wieder zurück in die Wärme.