Piacenza – Pavia 101 km

So weit liegen die beiden Städte nicht auseinander, aber wir müssen doch noch was anschauen, so radelten wir südwärts nach Grazzano Visconti, eine Stadt, fast wie der Ballenberg. Gegen 9 Uhr waren wir dort und keine andere Menschenseele ausser wir.

Der Weg führte uns weiter südlich bis fast zu den Ausläufer des Apennins, wir überquerten den Fluss Trebbia, mit einem riesiges Gröllfeld und ziemlich wenig Wasser.
Nach 30km Fahrt gönnten wir uns ein Zmorgen und radelten dann wenige Kilometer nordwärts, bis wir auf eine Bikerin stiessen, welche uns ausfragte wo wir planen hin zu radeln. Sie meinte wir sollen unbedingt südwärts radeln und nicht nach Norden. So folgten wir ihrem Rat und radelten beinahe zum Apennin. Langsam bereiten wir uns wieder auf Hügellandschaften vor, wie wir sie zuhause haben 😉

Ein Mittagsrastbänkli haben wir in Sarmato gefunden und danach ging es schon bald über die SP412 Po Brücke, diese war auf der Fussgänger/Velospur ziemlich baufällig, trotz fehlenden und defekten Platten, kamen heil auf der andern Seite an und radelten an etlichen Reisfeldern auf Po Damm entlang.

Heute war es auch sehr warm und dazu kam noch etwas erhöhte Luftfeuchtigkeit von den vielen Reisfeldern. Zum Glück versteckte sich die Sonne etwas hinter den Wolken, so dass es nicht so brutzelnd heiss war.

Eine Abkühlung gönnten wir uns in San Zenone al Po in einer Bar und waren somit gestärkt für die letzten Kilometer nach Pavia.

In Pavia schauten wir uns die überdachte Ticino Brücke, den Dom und die drei Torres an, bevor es ein Abendessen gab.

Parma – Piacenza 80 km

Heute startete der Tag mit einem “schwarzen veganen Gipfeli”. Das war gar nicht so schlecht, fragt mich aber nicht aus was dieses hergestellt wird.

Als erstes überquerten wir den Parma (Fluss) und radelten durch den grossen Park bis wir den Palazzo Ducale del Giardino di Parma sichteten.

Nun suchten wir einen Velomech auf und liessen unsere Reifen pumpen. Nach 3 Wochen sollten wir unsere Velos aufpumpen gab mir Pete (Velomech meines Vertrauens) als Ratschlag mit. Der Velomech hatte Freude, dass wir aus der Schweiz kommen und er hat sogar Verwandtschaft in Langenthal:-)

Mit frisch gepumpten Reifen rollt sich das Gepäck besser durch die Landschaft. Nachdem wir den Fuime Taro auf der Hauptstrasse überquerten ging es durch kleinere Dörfchen und Nebensträsschen immer schön zur linken Hand die Apenninen durch Kulturlandschaft.

Gegen 11h erreichten wir unser erstes Ziel, das Labirinto della Masone, da es mit den Parmesan Verkostung nichts wurde (Läden haben geschlossen). Wir schauten uns zuerst die Kunstsammlung an und wagten dann den Weg ins Bambus Labyrinth. Cool ist, das es ganz viele verschiedene Arten von Bambus gibt, an ein paar Arten kamen wir vorbei, fanden dann den Ausgang, füllten unsere Getränkeflaschen nochmals auf und fuhren eine Schlaufe in den Norden, da die eigentliche Strasse gesperrt war

Vor Fidenza kamen wir an einem Shoppingvillage vorbei, etwa dreifach so gross wie in Landquart und guckten uns an was der eine oder andere Shop feil bot.

In Castione Marchesi gab es ein Bänkchen, das einigermassen im Schatten war, welches wir für unsere Mittagspause in Beschlag nahmen. Wir befinden uns wieder auf der Pilgerroute Via Francigena und schauten uns die Abbazi die Chiaravalle della Colomba an. Ein nettes Kloster mit in der Kirche ausgelegten Blumenbildern und einem hübschem Klostergarten mit Olivenbäumen und angenehmer kühlen Temperaturen. Abgekühlt ging die Fahrt an vielen grossen Tomatenfeldern vorbei nach Fiorenzuola d’ Arda wo wir eine top Gelateria fanden, die kommt sogar an den Eisvogel in Zürich ran.

Nun folgten wir primär der Hauptstrasse, da wir einen weiteren Fluss Taro überqueren mussten und erreichten Piacenza.

Zu Fuss ging es nun in die kleine Altstadt, wo wir uns einen Burger zum Abendessen gönnten. Das erste Mal auf der Reise kein italienisches Essen.

Modena – Parma 58 km

Früh wurden wir heute von der städtischen Putzequipe geweckt. Nach einem Kaffee auf der Piazza bepackten wir unsere Velos und rollten diese auf die Piazza Grande, wo wir den Torre Ghirlandina bestiegen. Wir genossen die Aussicht und radelten dann alles auf Velowegen ziemlich direkt Richtung Nordwesten. Der Weg führte uns über Feldwege und plötzlich standen wir vor einem Singletrail der von lauter dornigen Brombeerbüschen überwuchert war. Fahren war stellenweise möglich, ab und zu war der Weg auch abgerutscht und wir mussten unser Gepäck absatteln, durchtragen und drüben wieder aufladen. @ Isi das kommt Dir sicher bekannt vor von der Mulitour;-)

Auf der anderen Seite des Sees angekommen war der Weg gesperrt, und wir mussten einen Umweg machen. Von da an ging es auf Velowegen, welche der Hauptstrasse entlang gebaut sind weiter. Einerseits ist es cool, dass es beinahe 40 Kilometer am Stück Veloweg parallel der Hauptstrasse SS9 gibt, aber das Fahren auf diesen Velowegen ist relativ anstrengend, bei jeder Einfahrt abbremsen, Schlagloch ausweichen und wieder in die Pedale treten und wieder abbremsen. So kommt man kaum vom Fleck.

In Reggio nell’ Emilia haben wir in einem grossen schattigen Park Mittagsrast gemacht und sind zur Abwechslung nach dem Mittag mal ein Stück auf der Haupstrasse etwas schneller vorwärts gekommen. Als wir uns Parma näherten waren wir wieder seriöse Velofahrer und nahmen den Veloweg in die Stadt.

Wir waren froh, dass wir das Zimmer schon beziehen konnten und kühlten uns etwas ab. Draussen ist es heute 33° warm gewesen. Schon etwas brutzelnd zum Velofahren an der Sonne.

Ready für die Stadt, gönnten wir uns ein Gelato, fotografierten den Dom und den Baptisten Tempel. Danach haben wir eine Menge Info von der Tourinfo erhalten, wir wollten nur Fragen ob ein Besuch von Parmesanproduzenten und ggf Verkostungen von Parmaschinken und Käse möglich ist.

Wir haben noch ein paar Sehenswürdigkeiten empfohlen bekommen, die es sich lohnt in Parma anzuschauen und so besuchten wir den prachtvollen Dom und die Cameri di San Paolo, und das sogar 4 free, da an jedem ersten Sonntag die Museen gratis geöffnet sind in der Stadt. Wir bestaunten wieder super schöne Wand und Deckenmalereien. Sattgesehen wollten wir den Baptisten Tempel noch anschauen, doch wir waren etwas zu spät unterwegs, die schlossen bereits um 18h, so schauten wir in den Dom der auch reich bestückt ist mit Gemälden an der Decke und anderem Prunk.

Nun setzen wir uns zum Ziel nicht mehr so spät Abendessen zu gehen und suchten uns ein Restaurant auf, wo wir Spezialitäten der Gegend essen konnten. Ein Blick auf den Parma durfte nicht fehlen, doch diesem Fluss fehlt das Wasser, er ist ein grünes veralgtes Rinnsal.

Bologna – Modena 66km

Eine Vor-dem-Zmorgen Stadtführung durch Bologna war angesagt. Unglaublich viele Spyren (Mauersegler) kurvten in der Ziegelsteinstadt Bologna umher, die finden in den hohen Gebäuden schöne Nistplätze. Wir durchstreiften die Altstadt mit den engen Gassen, wo neben Fischen, Gemüse und Früchten auch viel Fleisch und Pasta angeboten wurden, kamen an den Due Torri Garisenda e degli Asinelli vorbei, welche aber wegen der sehr schiefen Neigung gesperrt sind. So gönnten wir uns auf der Piazza Maggiore ein Frühstück und kaufen noch im DM und Coop ein.

Nun wurden die Velos bepackt und die Tour ging westwärts, zuerst auf Velowegen parallel zur Hauptstrasse, bis es nordwestlich durch Kulturland ging. In Sacerno gab es ein schattiges Bänkli, welches wir für unseren Mittagsrast gleich in Beschlag nahmen. Wir radelten auf verkehrsarmen Nebenstrassen Richtung Modena und gönnten uns in einem Kaffee ein Affogato. Danach suchten wir unsere Unterkunft, welche nahe ist und deponierten dort unsere Saccochen. Nun blieben uns noch 30 Minuten für die Fahrt von 8 km bis zur Acetaia Giusti. Just in Time kamen wir dort an und die Führung begann dann gleich. Wir schauten uns die Essigmanufaktur an, und konnten sogar ein Balsamico Essig von 1800 kosten, der war klebrig und süss wie Honig. An unterschiedlichen Fässern konnten wir den Riechtest machen. Die schönen geklöppelten oder gehäkelten “Spitzentüchli” bedecken die Öffnungen der Essigfässer und haben so einen sehr guten Verwendungszweck, sie bewahren den wertvollen Essig vor Ungeziefer und Fremdkörpern. Am Schluss der Führung konnten wir uns durch das feine Essigsortiment kosten und kauften auch noch ein paar Fläschchen als Souvenirs ein. Diese Souvenirs wollten wir nicht in die Schweiz rollen, sondern übergeben diese der Post an die Adresse meiner belle soeur 😉

Wieder zurück in Modena gab es eine Kurzvisite in der Unterkunft und dann ein kurzer Stadtspaziergang und ein Abendessen. Auf der Speisekarte war ein Vorspeiseplättchen aus der Region mit Aceto, welches wir gleich bestellten, dazu darf ein Glas Lambrusco nicht fehlen. Diese Rebsorte wird für die Herstellung des Aceto Balsamico verwendet.

Rom – Bologna 4h Zugfahrt

Wir packten heute unsere Velotaschen zusammen, gönnten uns einen Zmorgen in einem Kaffee und holten dann unsere Velos aus dem bewachten Parkplatz vom Schwesterhotel.

Wir rollten mit ihnen die 500 Meter zu unserem Hotel und bepackten die Räder, danach rollten wir diese wieder zum bewachten Parkplatz zurück.

Nun war die Spanische Treppe angesagt, wir hatten uns zum Ziel gesetzt alle 7 Hügel von Rom zu begehen und dieser hatte uns noch gefehlt. Wir stiegen die Spanische Treppe runter, gingen zum Trevi Brunnen, der gerade gereinigt wurde und noch schnell beim Kolosseum vorbei. Unterwegs schauten wir immer wieder in Souvenirshops rein, vielleicht haben die was kleines Praktisches für uns.

Gegen 11h waren wir bei der Kirche Santa Maria Maggiore und liessen unsere Taschen erneut röntgen. Es kommt einem vor wie am Flughafen, nur mit dem Unterschied, dass wir in eine Kirche gehen.

Diese Santa Maria ist üppig ausgestattet und gehört auch zum Vatikan, liegt aber in Rom. Um 11:30h startete unsere Untergrundführung und wir konnten unter der Kirche Römische Relikte anschauen, die teilweise noch sehr gut erhalten waren.

Von Kirchen habe ich nun bald eine Überdosis, so ging es zu einem Resti, wo es ein Foccaia mit Mortadella, Burrata und Pistaccio mit einen Salat gab.

Wir kauften im Supermärt noch was für die Zugfahrt ein und holten dann unsere Velos ab und schoben diese zum Bahnhof Termini wo um 15:30h unser Zug nach Bolgona fuhr.

In unserem Wagen hatte es eine ganze Bande Fussballnachwuchsspieler gehabt, welche bis nach Arezzo mitfuhren. Die Fahrt verlief relativ ruhig und wir konnten die Landschaft beobachten, durch welche wir geradelt sind.

Kurz vor 20h waren wir in Bologna, schnell ins Hotel unter die Dusche und dann ab in die Stadt. Leider war es schon am Eindunkeln und wir konnten noch einer Probe für die Oper Figaro auf Bolognas Hauptplatz mithorchen. Es gab ein Late Night Znacht heute, und zwar eine Spezialität aus Bologna Tortellini in Brodo. Recht fein, probiert das doch auch mal zuhause aus.

Rom und Vatikan 43’000 Schritte

Um 6h klingelte der Wecker, nach gut 45 Minuten verliessen wir die Unterkunft und fuhren diesmal mit der Metro in die andere Ecke der Stadt. Nach 7h waren wir dann schon beim Vatikan, gönnten uns auf dem Weg noch ein Cappuccino und ein Cornetto und passierten die Ticket und Security Checks, um in den Vatikan zu gelangen.

Nun war Treppensteigen oder Frühsport wie das gewisse auch nennen angesagt nach 537 Stufen hatten wir ein wunderbarer Blick von der imposante grossen Kuppel des Petersdoms. Die Besucher in der Basilika unten waren ziemlich klein. Satt gesehen von dieser pompösen Kuppel konnten wir abgerundete Gänge bezwingen und kamen dann zur Terrasse, wo wir herrlichen Blick auf Rom und bis in die Berge geniessen konnten. Zu Fuss wieder abwärts, besuchten wir die Basilika, gigantisch grosse Kirche mit 44 Altären. Vorbei an der Schweizergarde ging es dann auf den riesigen Petersplatz, den Vatikan liessen wir hinter uns und pilgerten zum Tiber.

Ein paar Fotos von den Brücken und der Engelsburg in schönem Licht durfte nicht fehlen. Wir spazierten dann dem Tiberufer im Schatten entlang bis kurz vor die Tiberinsel, überquerten diese Insel und gönnten uns im Quartier Trastevere eine Pause in einem Kaffee. In diesem Quartier hat es viele hübsche grüne Gässchen und ganz viele Restis. Wir assen in einem Zmittag und stiegen dann wir einen Hügel hinauf zur Terrasse, wo der Fontana di Ponte Sisto ist. Hier gab es viel weniger Volk als beim Trevi Brunnen.

Nun wollten wir durch einen Park laufen, der aber leider geschlossen war, so schlenderten wir durch die Gassen von Trastevere, sichteten ein XXL Bougainvillea und kamen wieder zur Engelsburg. Dort hatten wir Eintrittstickets um 14:30h gebucht, aber sie liessen uns Engel, schon 30 Minuten früher rein 🙂

Aufwärts ging es durch Gänge, bis wir zur Falltür kamen und von dort gab es Treppen, da die Engelsburg rund ist, hatten wir immer wieder fantastische Aussicht auf den Vatikan und die Stadt, als auch auf den Tiber. Als wir Engel uns aus der runden Burg verabschiedeten spazierten wir über die Wehrgänge und waren dann draussen. Nun ging es in die Stadt, zu einem Gelato, vorbei am Trevi Brunnen, wo man vor lauter Touris den Brunnen nicht mehr sah einmal durch die Stadt weiter zum Hotel.

Frisch geduscht wanderten wir zur nahen Santa Maria Maggiore Kirche und dann via Foro
Romano zur Piazza Novana wo ich mir Spaghetti Cacio e Pepe gönnte. 30 Minuten spazierten wir by Night durch Rom zum Hotel retour.

Rom 39000 Schritte

Das Touriprogramm startete schon früh. Trevi Brunnen vor den Massen war das die erste Sehenswürdigkeit, plötzlich setze ein Gewitterregen ein und vertrieb uns in ein Kaffee.

Um 9h mussten wir beim Pantheon sein, da wir uns Tickets für diesen Slot gesichert hatten. Nach 15 Minuten hatten wir uns sattgesehen, wir streiften zu Piazza Navona, dann weiter über die Campo de’ Fiori wo es eine Markt gab, wo wir feine Erdbeeren verspiesen.

Nun folgten ein paar Sehenswürdigkeiten, wo wir keinen Eintritt dafür bezahlten, das Teatro di Marcello, dann die vielen Treppenstufen rauf zur Santa Maria in Aracoeli, wo wir die Aussicht auf die Stadt geniessen konnten. Gleich nebenan war das grosse weisse Gebäude Monumento a Vittorio Emanuele II da stiegen wir auch die vielen Marmortreppen empor und genossen ein herrliches Panorma. Ab und zu gab es ein paar Regentropfen und mit ihnen wurde der Marmorboden super glitschig, ich musste aufpassen, dass ich mit meinen abgelaufenen Schuhen nicht ausrutschte. Die Sonne kam jedoch bald hervor und wir konnten sogar ein paar Bilder mit Sonnenlicht knipsen. Der Rückweg erfolgte dann durch das Gebäude.

Nun war das Kolosseum an der Reihe, wir hatten Tickets für 12h gebucht und mussten diese noch tauschen gehen. Noch rasch ein Panini und dann betraten wir das Kolosseum. Sehr eindrücklich dieses gigantische Werk. Vom oberen Stock hatten wir super Aussicht und die Sonne zeigte sich sogar für ein paar Momente. Nun stand das grosse Trümmerfeld Foro Romano auf dem Programm, zuerst machten wir noch einen Abstecher in den Palatino Garten, bevor wir durch die vielen römischen Relikte streiften. Nach 3h Kultur, war Zeit für ein Gelato. Währenddem wir in der Gelateria sassen zog erneut ein Gewitter über Rom, als mit dem Gelati fertig waren schien schon wieder die Sonne.

Zurück im Hotel war nochmals Wäsche waschen angesagt, zum Glück war gleich auf der anderen Strassenseite eine Lavanderia. Die Wartezeit überbrückten wir mit einem Aperitivo.

Als die Wäsche im Zimmer zum trocknen aufgehängt war, machten wir uns auf einen weiteren Stadtwalk auf. Vorbei an Strassen mit Orangenbäumen, führte uns der Weg zur Porta Pinciana, einem Stadttor und Stadtmauer von Rom. Wir durchstreiften den dahinter liegenden Park mit schönen Schirmpinien und schauten im Abendlicht auf die Stadt. In diesem Park haben wir sogar Halsbandsittiche gesichtet, das ist eine Papageienart, die hier lebt. Nun stiegen wir zur Piazza del Popolo ab, spazierten auf der Via del Corso entlang und schauten, ob es hier andere Läden als an der Bahnhofstrasse in Zürich gibt.

Die Spanischen Treppe mit ganz vielen Touris schauten wir noch an, bevor wir uns auf dem Weg zum Trevi Brunnen ein Abendessen gönnten.

Trevi Brunnen by Night war unser letzter Stopp. Hier hatte es viel viel mehr Leute als am Morgen und wir mussten sogar anstehen um ein Foto zu machen,

Sassacci – Rom 85 km

Super süsses Zmorgen gab es heute und danach radelten wir los und mussten dank einer Brücke nicht tief in den Canyon absteigen. Die Abfahrt und den darauf folgenden Anstieg liess aber nicht lange auf sich warten. Wir passierten bei Nepi das Aquädukt und stiessen auf die Via Francigena. Dieser Pilgerroute folgten wir per Velo etwas, plötzlich hatte es ganz viele Autos und wir wunderten uns, was es dann hier gibt. Der Grund war der Cascate di Monte Gelato. Weder Nepi noch diesem Wasserfall statteten wir einen Besuch ab, denn wir müssen heute noch nach Rom 😉

Bald kamen wir auf einen Gravel Feldweg und folgten diesem weiter, durch wunderbare einsame Wälder und Wiesen. Wir waren erneut sehr slow unterwegs. Plötzlich tauchte vor uns Campagnano di Roma auf. Eine Stadt oben am Berg. Das Navi zeigte nun dunkelrote Steigung an >12%. Ich habe es versucht, bis mich mein Velo mit dem Gepäck abwarf. Ich habe keine Ahnung wie viel Kilogramm Gepäck ich da mit rolle. Bis nach oben schob ich dann das Velo. Nettes Städtchen mit einem coolen Stadttor. Im Stadtpark gönnten wir uns gleich das Picknick und waren gestärkt für die Weiterfahrt, die nicht mehr so arg steil war.

Der Pilgerweg führte uns dann auch wieder zu Santura delle Madonna del Sobo inmitten dem Wald, es gab dort wieder viele Autos, aber auch dort schauten wir nicht rein, sondern liessen unsere Bremsscheiben etwas glühen. Wir durchstreiften den Parco del Sobro, der was von einer Alpweide hat, einzig die vielen Autos waren etwas störend. Da ging es nochmals knackig hoch, aber diesmal blieb ich auf dem Velo und somit waren nach 50 Kilometer die 6 Anstiege geschafft. Nun durften wir die Abfahrt auf guter Strasse geniessen und fuhren talwärts zum Tiber. Diesem Veloweg folgten wir bis Rom und hätten dem sogar noch weiter folgen können, hätte es da keine Baustelle geben. Abrupt war unsere Tour fertig und wir schleppten unsere Velos und das Gepäck hoch. Oben angekommen, standen wir direkt vor der Engelsburg. Im Hintergrund die Kuppel des Petersdoms. Da liessen wir uns mal ablichten, damit wir auch ein Bild haben, dass wir mit den Velos nach Rom geradelt sind.

Dann weiter rund um den Circus Maximus Richtung Kolloseum für ein weiteres Fotoshooting. Anschliessend folgten wir den Touristenmassen und gelangten zum Altare della Patria. Danach noch den Endspurt durch die Stadt bis zum Hotel in der Nähe der Stazione Termini.

Torettapucci – Orte – Sassacci 56km

Heute gab es zu unserem Erstaunen Nebel am Morgen. Dieser verzog sich jedoch schon bald und wir radelten zurück nach Umbrien, passierten Attigliano und rollten beinahe über den Tiber. Der Weg war wunderbar mit gelbem fein duftendem Ginster gesäumt, aber extrem ausgewaschen. Wir suchten uns förmlich den Weg mit unseren Velos und dann kam der krasse Anstieg der Strade della Barca empor, wo wir teilweise das Velo geschoben haben. Ich weiss nicht was anstrengender ist zu fahren oder zu schieben. Fahren wäre möglich, wenn die Strassen nicht so eng gewesen wären. Oben angekommen, führte uns eine Gravel Road bis zur der Teerstrasse, der SP84. Bald passierten wir erneut die Regionsgrenze und kamen nach Latium. Bei der Abfahrt hatten wir wunderbare Aussicht auf das Städtchen Orte hoch über dem Tiber Tal. Bevor wir uns jedoch Orte anschauten kauften wir im Supermarkt noch Brot und Früchte ein, da morgen der Nationale Feiertag der Italiener ist.

Orte haben wir diesmal mit den Velos bezwungen und uns auf einem Parkbänkli ein Picknick gegönnt. Kurz nach dem Mittag schauten wir uns Orte an. Herzige Stadt, welche auf den Felsen gebaut ist. Wir genossen die Aussicht und hatten das ziemlich schnell schon gesehen, bis auf das Highlight unserer Meinung nach, der Untergrund vom Städtchen die Orte Sotteranea.

Das ging erst um 15:15h los und so warteten wir beinahe 2h im Kaffee nebenan. Wir hatten natürlich super schlecht recherchiert und keine Tickets gekauft, sondern sind der Masse einfach entlang gelaufen. So haben wir den unterirdischen Taubenschlag, die Zisterne, der Pozzo di Neve und das Spital anschauen können und sind durch einen Römische Wasserleitung gewandert. Das Aquädukt konnten wir leider nicht anschauen, da wir keine Tickets gekauft hatten. So war unsere Tour plötzlich beendet und es ging zu unseren Velos zurück.

In der Zwischenzeit haben sich die Wolken am Himmel ausgebreitet, und verhüllten die Sonne. Es war nun mit 28° noch immer schön warm, aber nicht mehr so brutzelnd heiss. Auf den verbleibenden 20 Kilometern radelten wir der Hauptstrasse SP150 entlang, absolvierten nochmals eine Anstieg nach Borghetto bis wir zu unserem Etappenort Sassacci kamen.

Um uns eine riesige Pizza Bologna zu gönnen, musste das Velo nochmals hervor geholt werden, da die Pizzeria 2 km entfernt ist.

Fabro – Orvieto – Torrettapucci 70 km

In dem Hotel haben wir zum Frühstück unser Brot und die Konfitüre, welche wir seit Trento mitfahren, als auch feine Erdbeeren und eine Banane gegessen. Dann waren wir startklar und die Tour begann. Nach wenigen Kilometern begann die Steigung und es ging ziemlich knackig auf 470 Meter hoch. Mein neues Gadget zeigt die Steigungen immer in den Farben grün, orange und rot an. Nun schwitzen wir das erste mal schon ziemlich und genossen die Aussicht auf die umliegenden Hügel und ihren Städtchen. Die Abfahrt war dann auf Gravel und deshalb mit dem vielen Gepäck nicht so speedy. Der zweite Aufstieg war eine Schotterstrasse und ein Teil der Abfahrt auch. Anzeichen der Zivilisation war die Eisenbahnstrecke für die Hochgeschwindigkeitszüge, welche sich durchs Tal schlängelte. In Allerona Scalo gönnten wir uns nach ca 20 Kilometer und beinahe 2h Fahrt ein Cappuccino und ein Cornetto. Wir sind super langsam über die Hügel und abwärts unterwegs. Die nächsten 10 Kilometer waren dann etwas schneller bewältigt. Kurz vor Mittag trafen wir in Orvieto ein. Dort liessen wir beim Bahnhof die Velos stehen und nahmen das Furnicular in die Stadt.

Als wir oben waren, konnten wir die verschiedenen Modelle von Fiat bestaunen. Schon noch cool diese kleinen Autos, die passen überall hin und in den schmalen Gassen kann man mit den alten Fiat 500 sehr gut kreuzen und wenden.

Wir bestiegen den Torre del Moro und genossen die herrliche Aussicht über die Hügel, welche wir passierten. Danach wollten wir uns den Zebradom anschauen gehen und kauften Tickets. Wir mussten 30 Minuten warten bis der Dom wieder öffnete und verbrachten die Mittagspause in einem Resti, da Paule etwas gegen Picknick in einer Stadt hat.

Mit Pasta im Magen waren wir für den Dom bereit und schauten diesen von innen an. Danach suchten wir den punto di vista wo man gut sehen konnte wie die Stadt auf dem Fels gebaut wurde. Der unterirdische Brunnen wäre noch auf dem Programm gestanden, da wir vor 18h in der Unterkunft sein mussten, skippten wir diese Attraktion und es ging mit dem Furni zu den Velos zurück.

Wir passierten erneut ein paar Hügel, diesmal auf geteerten Strassen. Kamen immer wieder an sehr fein duftendem Gingster und Jasmin vorbei. Unterhalb von Corbara gönnten wir uns ein Frucht z’vieri und mussten dann steil abwärts und ebenso steil wieder aufwärts radeln. Auf der Hauptstrasse ging es nun noch etwas hoch nach Baschi, welches hübsch aus Steinen auf dem abfallenden Hang thront. Wir umrundeten den gestauten Tiber beinahe und liessen uns im Niemandsland zwischen Bahn und Autobahn in torrettapucci nieder.

Die Hotel im Umkreis von 20 Kilometer rund um Orvieto waren alle ausgebucht und so stiessen wir auf diese Location. Zum Glück konnten wir hier gleich Abendessen und wurden mit einer gigantischen Primo Platte mit vielen unterschiedlichen Bruschettas verwöhnt. Danach folgten Hackfleischtätschli und gebratene Kartoffeln, viel zu viel für meinen Magen.